Die psychoanalytisch-interaktionelle Methode im sozialen Feld

Die psychoanalytisch-interaktionelle Methode hat sich beginnend in den 1970er Jahren aus der Psychoanalyse für die Therapie von schweren Persönlichkeitsstörungen entwickelt. Störungen der Persönlichkeitsentwicklung (Persönlichkeitsstörungen; sog. strukturelle Störungen) beeinträchtigen vor allem die zwischenmenschlichen Beziehungen. Darum liegt der therapeutische Schwerpunkt bei der psychoanalytisch-interaktionellem Methode auf der interpersonellen Interaktion. Weil zwischenmenschliche Interaktion sich hinreichend nicht aus psychischen Bedingungen einzelner Personen verstehen lassen, sind Erkenntnisse aus Nachbarwissenschaften, insbesondere der Entwicklungspsychologie, der interaktionistischen Soziologie, der Sprachwissenschaften und der Neurobiologie in die psychoanalytisch-interaktionelle Methode eingeflossen (siehe Veröffentlichungen).
Vor dem Hintergrund breiter klinischer Erfahrungen findet die psychoanalytisch-interaktionelle, auf Interpersonalität fokussierende Arbeitsweise auch in anderen psychosozialen Tätigkeitsfeldern Anwendung (siehe z.B. www.denkzeit/info).

Die Wirksamkeit der psychoanalytisch-interaktionellen Therapie wurde in randomisierten Studien nachgewiesen*.

* Studien:

S. Salzer, C. Cropp, U. Jaeger, O. Masuhr , A. Streeck-Fischer (2013). Psychodynamic therapy for adolescents suffering from co-morbid disorders of conduct and emotions in an in-patient setting: a randomized controlled trial. Psychological Medicine, November 2013, pp 1 – 10

F. Leichsenring, O. Masuhr, U. Jaeger, S. Rabung, A. Dally, M. Dümpelmann, C. Fricke-Neef , C. Steinert, U. Streeck. Psychoanalytic-interactional therapy versus psychodynamic therapy by experts for personality disorders: A randomized controlled efficacy-effectiveness study in Cluster B personality disorders. Erscheint in: Psychotherapy and Psychsomatics